Es gibt Namen, die überdauern Jahrtausende. Und dann gibt es Ramses.
Kein anderer Pharao hat so viele Spuren hinterlassen. Seine Statuen stehen von Abu Simbel bis Memphis, sein Name ist in Tempelwände geschlagen, die dreitausend Jahre überstanden haben. Wenn Sie heute durch Karnak gehen oder vor den Kolossen von Abu Simbel stehen, blicken Sie auf das Werk eines einzigen Mannes.
Doch wer war dieser Herrscher wirklich? Ein genialer Feldherr oder ein begnadeter Selbstdarsteller? Ein Friedensstifter oder ein Machtmensch?
Die Antwort ist interessanter als beides.
Wer war Pharao Ramses?
Der Name und seine Bedeutung
Der Name Ramses bedeutet sinngemäß „Re hat ihn geboren" – abgeleitet vom Sonnengott Re, der höchsten Gottheit des ägyptischen Pantheons.
Das war kein Zufall. Ein Pharao galt nicht als Vertreter der Götter, sondern als Bindeglied zwischen ihnen und den Menschen. Der Name war Programm.
In der ägyptischen Schreibweise erscheint er als Ramessu oder Ramesses. Die im Deutschen gebräuchliche Form Ramses geht auf griechische Überlieferungen zurück.
Ramses I., II. und III. – wer ist wer?
Der Name wurde von mehreren Herrschern getragen, was bis heute für Verwirrung sorgt. Drei sind besonders bedeutend:
- Ramses I. begründete um 1292 v. Chr. die 19. Dynastie. Er war ein Militär ohne königliche Abstammung, kam erst im hohen Alter auf den Thron und regierte weniger als zwei Jahre. Sein Verdienst ist die Dynastie selbst – und sein Enkel.
- Ramses II. ist der berühmte. Er regierte von etwa 1279 bis 1213 v. Chr., also 66 Jahre lang, und ist der Herrscher, den man meint, wenn man von „Pharao Ramses" spricht. Ihm gilt dieser Artikel.
- Ramses III. regierte rund hundert Jahre später in der 20. Dynastie und gilt als letzter großer Pharao des Neuen Reiches. Er wehrte die Angriffe der sogenannten Seevölker ab und hinterließ mit Medinet Habu einen der besterhaltenen Tempel Ägyptens.
Nach ihm folgten noch weitere Träger des Namens, bis Ramses XI. – doch ihre Macht schwand zusehends.
Warum Ramses II. „der Große" genannt wird
Der Beiname ist keine antike Bezeichnung, sondern eine moderne Zuschreibung. Sie beruht auf drei Faktoren.
Erstens die Dauer: 66 Jahre auf dem Thron sind selbst für ägyptische Verhältnisse außergewöhnlich. Ramses erlebte, wie eine ganze Generation seiner Untertanen geboren wurde und starb.
Zweitens die Bautätigkeit: Kein Pharao hat mehr errichtet, erweitert oder mit seinem Namen versehen.
Drittens – und das wird oft übersehen – die Diplomatie. Ramses schloss einen Vertrag, der bis heute als ältester überlieferter Friedensvertrag der Welt gilt.
Wer war Pharao Ramses – einfach erklärt?
Ramses II. war vor über dreitausend Jahren König von Ägypten. Er regierte länger als fast jeder andere Herrscher der Geschichte und ließ riesige Tempel bauen, die bis heute stehen.
Das Leben von Ramses II.
Herkunft und früher Aufstieg
Ramses wurde um 1303 v. Chr. geboren, als Sohn von Sethos I. und Königin Tuja. Sein Großvater Ramses I. hatte die Dynastie erst kurz zuvor begründet – die Familie war also noch nicht lange an der Macht.
Sein Vater bereitete ihn früh vor. Bereits als Jugendlicher begleitete Ramses ihn auf Feldzügen und wurde mit etwa vierzehn Jahren zum Mitregenten ernannt. Er lernte das Regieren nicht aus Büchern, sondern im Feld.
Als Sethos I. um 1279 v. Chr. starb, war Ramses etwa vierundzwanzig Jahre alt und auf seine Aufgabe vorbereitet wie kaum ein Herrscher vor ihm.
66 Jahre auf dem Thron
Was folgte, war eine der längsten Regierungszeiten der Weltgeschichte.
Ramses wurde über neunzig Jahre alt – in einer Zeit, in der die durchschnittliche Lebenserwartung bei etwa fünfunddreißig Jahren lag. Er überlebte zwölf seiner Söhne. Sein Nachfolger Merenptah war bereits um die sechzig, als er endlich den Thron bestieg.
Die lange Herrschaft brachte Ägypten eine seltene Stabilität. Handel, Bauwesen und Verwaltung entwickelten sich in einem Klima, das nicht von Thronwechseln unterbrochen wurde.
Untersuchungen seiner Mumie zeigen, dass Ramses im Alter an Arthritis und einer verhärteten Arterienverkalkung litt. Sein Rücken war gebeugt, seine Zähne stark abgenutzt. Er war ein alter Mann, als er starb – und regierte bis zuletzt.
Nefertari und die königliche Familie
Von den Frauen an seiner Seite ragt eine heraus: Nefertari.
Sie war seine Große Königliche Gemahlin, und Ramses ließ ihr etwas errichten, das für eine Königin ungewöhnlich war: einen eigenen Tempel in Abu Simbel, unmittelbar neben seinem eigenen. Die Fassade zeigt sie in derselben Größe wie ihn – eine bemerkenswerte Geste in einer Zeit, in der Königinnen üblicherweise kniehoch neben den Beinen des Pharaos dargestellt wurden.
Auf der Tempelwand steht eine Widmung, die sinngemäß besagt, dass die Sonne für sie scheint.
Ihr Grab im Tal der Königinnen gilt als das schönste in ganz Ägypten. Die Wandmalereien haben nach mehr als dreitausend Jahren Farben behalten, die man kaum für möglich hält.
Nach Nefertaris Tod nahm Ramses weitere Gemahlinnen, darunter Isetnofret, die Mutter seines Nachfolgers. Die Zahl seiner Kinder wird auf etwa hundert geschätzt.
Wann lebte Ramses II.?
Er wurde um 1303 v. Chr. geboren und starb 1213 v. Chr. Seine Regierungszeit dauerte von etwa 1279 bis 1213 v. Chr. – rund 66 Jahre.
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Die Schlacht von Kadesch und der erste Friedensvertrag
Was in Kadesch geschah
Im Jahr 1274 v. Chr., im fünften Jahr seiner Herrschaft, zog Ramses gegen das Reich der Hethiter. Ziel war die Stadt Kadesch im heutigen Syrien, ein strategisch entscheidender Punkt.
Was dort geschah, gehört zu den am besten dokumentierten Ereignissen der Bronzezeit.
Ramses marschierte mit vier Divisionen. Falsche Informationen ließen ihn glauben, das hethitische Heer sei weit entfernt – tatsächlich lag es hinter der Stadt in Bereitschaft. Als die hethitischen Streitwagen angriffen, war Ramses mit nur einer Division vor Ort und wurde eingeschlossen.
Nach ägyptischer Darstellung kämpfte er sich persönlich frei, bis Verstärkung eintraf. Die Schlacht endete ohne klaren Sieger; beide Seiten zogen ab.
Die Kunst der Selbstdarstellung
Interessant ist, was danach geschah.
Ramses ließ die Schlacht in mehreren Tempeln darstellen – in Abu Simbel, im Ramesseum, in Karnak und in Luxor. In diesen Darstellungen erscheint sie als überwältigender Sieg, errungen durch den persönlichen Mut des Königs.
Von hethitischer Seite existieren Aufzeichnungen, die das anders schildern.
Dieser Umstand macht Kadesch für Historiker so wertvoll: Es ist die erste Schlacht der Geschichte, für die Berichte beider Kriegsparteien vorliegen. Und sie zeigt, dass Ramses nicht nur ein Feldherr war, sondern auch ein außerordentlich geschickter Kommunikator.
Er verstand, dass die Erzählung eines Ereignisses langlebiger ist als das Ereignis selbst. Dreitausend Jahre später sprechen wir noch immer über seine Version.
Der älteste Friedensvertrag der Welt
Etwa fünfzehn Jahre nach Kadesch geschah etwas, das den Ruhm von Ramses stärker begründet als jede Schlacht.
Um 1259 v. Chr. schlossen Ägypten und das Hethiterreich einen förmlichen Friedensvertrag. Er regelte Nichtangriff, gegenseitigen Beistand und die Auslieferung von Flüchtlingen.
Das Bemerkenswerte: Der Vertrag ist in beiden Sprachen überliefert. Die ägyptische Fassung steht in Hieroglyphen in Karnak, die hethitische auf Tontafeln aus der Hauptstadt Hattuša, die heute in Istanbul aufbewahrt werden.
Er gilt als der älteste vollständig erhaltene Friedensvertrag der Menschheitsgeschichte. Eine Nachbildung hängt im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York.
Besiegelt wurde der Frieden auf traditionelle Weise: Ramses heiratete eine hethitische Prinzessin. Der Vertrag hielt – für den Rest seiner Regierungszeit blieb es an dieser Grenze ruhig.
Was ist das Ramesseum?
Der Totentempel von Ramses II. am Westufer von Luxor. Hier stand einst eine achtzehn Meter hohe Sitzstatue, die heute zerbrochen am Boden liegt.
Was ist an Abu Simbel besonders?
Zwei komplett in den Fels geschlagene Tempel mit zwanzig Meter hohen Kolossalstatuen. Zweimal jährlich dringt die Morgensonne bis in die innerste Kammer.
Die Bauwerke von Pharao Ramses
Abu Simbel
Wenn ein Bauwerk für Ramses steht, dann dieses.
Rund 280 Kilometer südlich von Assuan, nahe der heutigen sudanesischen Grenze, ließ er zwei Tempel direkt in den Fels schlagen. Vor dem größeren sitzen vier Kolossalstatuen von etwa zwanzig Metern Höhe – alle vier zeigen ihn selbst.
Der zweite Tempel ist Nefertari und der Göttin Hathor gewidmet.
Die Lage war politisches Kalkül. Wer aus Nubien kam, sah zuerst diese Fassade und wusste, in wessen Reich er eintrat.
Zweimal im Jahr, am 22. Februar und am 22. Oktober, dringt die Morgensonne durch den gesamten Tempel bis in die innerste Kammer und erleuchtet dort drei der vier sitzenden Figuren. Die vierte, der Gott der Unterwelt, bleibt im Dunkeln.
In den 1960er Jahren drohte der Nassersee die Tempel zu überfluten. Eine internationale Rettungsaktion zersägte sie in mehr als tausend Blöcke und baute sie 65 Meter höher wieder auf. Die Sonnenwunder-Ausrichtung wurde dabei fast exakt beibehalten – sie verschiebt sich heute nur um wenige Tage.
Das Ramesseum
Am Westufer von Luxor liegt sein Totentempel, das Ramesseum.
Hier stand einst eine sitzende Kolossalstatue von etwa achtzehn Metern Höhe und über tausend Tonnen Gewicht – eine der größten Statuen, die je in Ägypten errichtet wurden. Heute liegt sie zerbrochen am Boden.
Genau dieser Anblick inspirierte den englischen Dichter Percy Bysshe Shelley zu seinem Gedicht Ozymandias – dem griechischen Namen für Ramses. Es ist eine Betrachtung über Vergänglichkeit und die Grenzen menschlicher Macht.
Erhalten sind außerdem Teile der Säulenhalle, Reliefs der Schlacht von Kadesch und die gewölbten Magazine aus Lehmziegeln, in denen Getreide gelagert wurde.
Karnak, Luxor und Pi-Ramesse
Ramses baute nicht nur neu, er erweiterte auch.
In Karnak vollendete er die Große Säulenhalle, die sein Vater begonnen hatte – 134 Säulen auf einer Fläche von rund 5.000 Quadratmetern, die höchsten davon 23 Meter. Wer heute dazwischen steht, spürt den Maßstab sofort.
Am Luxor-Tempel ergänzte er den ersten Pylon, einen großen Hof und mehrere Kolossalstatuen. Der Obelisk, der einst dort stand, befindet sich seit 1836 auf der Place de la Concorde in Paris; sein Zwilling steht noch immer am ursprünglichen Platz.
Im Nildelta errichtete er eine völlig neue Hauptstadt: Pi-Ramesse. Zeitgenössische Texte beschreiben sie als prächtige Residenz mit Palästen, Tempeln und Werkstätten. Nach seinem Tod versandete der zugehörige Nilarm, die Stadt wurde aufgegeben, und ihre Steine wanderten in andere Bauwerke.
Erst im 20. Jahrhundert wurde ihr Standort bei Qantir identifiziert.
Wo steht der Obelisk von Ramses II.?
Einer der beiden Obelisken vom Luxor-Tempel steht seit 1836 auf der Place de la Concorde in Paris. Der zweite befindet sich noch am ursprünglichen Standort.
Warum bekam die Mumie von Ramses einen Reisepass?
Für den Flug nach Paris im Jahr 1976, wo ein Pilzbefall behandelt wurde. Als Beruf war „König (verstorben)" eingetragen, am Flughafen empfing ihn eine militärische Ehrengarde.
Wo Sie Ramses heute begegnen
Das Grand Egyptian Museum
Wer Kairo besucht, trifft Ramses als Erstes hier.
Im Großen Atrium des Grand Egyptian Museum in Gizeh steht eine elf Meter hohe Kolossalstatue aus rotem Granit. Sie wurde 1820 bei Memphis gefunden, stand jahrzehntelang auf einem Bahnhofsvorplatz in Kairo und wurde 2018 in ihr heutiges Zuhause gebracht.
Der Transport wurde landesweit im Fernsehen übertragen.
Die Statue empfängt Sie direkt hinter dem Eingang. Es ist eine Inszenierung, die Ramses selbst gefallen hätte.
Die Mumie im Nationalmuseum
Seine sterblichen Überreste befinden sich im Nationalmuseum der Ägyptischen Zivilisation in Alt-Kairo.
Der Weg dorthin war ungewöhnlich. Priester hatten die Mumie in der Antike mehrfach umgebettet, um sie vor Grabräubern zu schützen, und schließlich in einem Versteck bei Deir el-Bahari deponiert. Dort wurde sie 1881 entdeckt.
1976 reiste Ramses nach Paris – zur Behandlung eines Pilzbefalls. Für die Einreise stellten die ägyptischen Behörden einen Reisepass aus. Als Beruf war „König (verstorben)" eingetragen. Am Flughafen empfing ihn eine militärische Ehrengarde.
2021 wurde er gemeinsam mit einundzwanzig weiteren königlichen Mumien in einer feierlichen Prozession durch Kairo in das neue Museum überführt.
Untersuchungen zeigen: Ramses war für seine Zeit außergewöhnlich groß, etwa 1,75 Meter, und hatte rötliches Haar.
Tal der Könige und Tal der Königinnen
Sein eigenes Grab, KV7 im Tal der Könige, wurde über Jahrhunderte von Überschwemmungen beschädigt und ist für Besucher nicht zugänglich.
Ganz in der Nähe liegt jedoch KV5 – das größte bekannte Grab im Tal, angelegt für seine Söhne. Bislang wurden über hundertdreißig Kammern dokumentiert, und die Erforschung dauert an.
Besuchen können Sie dagegen das Grab der Nefertari im Tal der Königinnen. Es gilt vielen Fachleuten als das schönste erhaltene Grab Ägyptens. Der Zugang ist begrenzt und kostet ein gesondertes Ticket – wer sich dafür entscheidet, wird es nicht bereuen.
Was ist das Grab KV5?
Die größte bekannte Grabanlage im Tal der Könige, angelegt für die Söhne von Ramses II. Bislang wurden über hundertdreißig Kammern dokumentiert.
Ramses auf Ihrer Ägyptenreise erleben
Wie viel Zeit Sie einplanen sollten
Um die wichtigsten Stätten von Ramses zu sehen, brauchen Sie mindestens acht Tage.
Zwei bis drei Tage in Kairo für die Kolossalstatue im Grand Egyptian Museum, die Mumie im Nationalmuseum und die Pyramiden von Gizeh.
Vier bis fünf Tage in Oberägypten für Karnak, den Luxor-Tempel, das Ramesseum, das Tal der Könige und Nefertaris Grab.
Abu Simbel erfordert einen zusätzlichen Tag ab Assuan – per Inlandsflug etwa 45 Minuten je Strecke, per Bus rund vier Stunden.
Wer alles in Ruhe sehen möchte, sollte zehn bis zwölf Tage einplanen.
Die beste Reisezeit
Oktober bis April ist für diese Route die richtige Zeit.
In Oberägypten liegen die Temperaturen dann tagsüber zwischen 25 und 30 Grad. Im Juli und August werden über 42 Grad erreicht – und weder im Tal der Könige noch am Ramesseum gibt es Schatten.
Wer die beiden Sonnenwunder in Abu Simbel erleben möchte, plant um den 22. Februar oder den 22. Oktober. An diesen Tagen ist der Andrang groß, das Erlebnis dafür einzigartig.
Nilkreuzfahrt oder Rundreise?
Beides funktioniert – die Frage ist, wie Sie reisen möchten.
Eine Nilkreuzfahrt zwischen Luxor und Assuan bringt Sie zu Karnak, dem Luxor-Tempel und Theben-West, ohne dass Sie das Hotel wechseln müssen. Sie packen einmal aus und haben nach jedem Ausflug eine klimatisierte Kabine.
Eine Rundreise mit Kairo ergänzt die Hauptstadt mit dem Grand Egyptian Museum und dem Nationalmuseum. Das ist die vollständigere Variante.
Die meisten Reisenden kombinieren beides: zwei bis drei Tage Kairo, danach die Nilkreuzfahrt.
Ein Rat aus Erfahrung: Buchen Sie einen deutschsprachigen Ägyptologen als Reiseleitung. Die Reliefs in Karnak und Abu Simbel erzählen Geschichten – aber nur, wenn jemand sie lesen kann. Ohne diese Einordnung sehen Sie beeindruckende Steine. Mit ihr sehen Sie eine Biografie in Stein.
Wie kommt man von Assuan nach Abu Simbel?
Per Inlandsflug in etwa 45 Minuten oder per Bus in rund vier Stunden je Strecke. Der Ausflug wird meist als Tagestour angeboten.
Kann man das Grab von Nefertari besuchen?
Ja, im Tal der Königinnen gegen ein gesondertes Ticket. Der Zugang ist begrenzt, das Grab gilt als das schönste erhaltene Ägyptens.
Häufige Fragen zu Pharao Ramses
Wer war Pharao Ramses?
Ramses II. war ein ägyptischer Pharao der 19. Dynastie, der von etwa 1279 bis 1213 v. Chr. regierte. Er gilt als einer der bedeutendsten Herrscher des Alten Ägypten und wird auch Ramses der Große genannt.
Wie lange regierte Ramses II.?
Etwa 66 Jahre – eine der längsten Regierungszeiten der Weltgeschichte. Er wurde über neunzig Jahre alt und überlebte zwölf seiner eigenen Söhne.
Was hat Ramses II. erbaut?
Zu seinen bekanntesten Bauwerken zählen die Felsentempel von Abu Simbel, das Ramesseum in Theben-West und die neue Hauptstadt Pi-Ramesse. Außerdem vollendete er die Große Säulenhalle in Karnak und erweiterte den Luxor-Tempel.
Wo liegt die Mumie von Ramses II.?
Im Nationalmuseum der Ägyptischen Zivilisation in Kairo. Sie wurde 1881 bei Deir el-Bahari gefunden und 2021 in einer feierlichen Prozession in ihr heutiges Museum überführt.
Wie viele Kinder hatte Ramses II.?
Nach heutigen Schätzungen etwa hundert Söhne und Töchter aus mehreren Ehen. Sein Nachfolger Merenptah war einer der jüngeren Söhne und bereits um die sechzig, als er den Thron bestieg.
Was war die Schlacht von Kadesch?
Eine Auseinandersetzung zwischen Ägypten und dem Hethiterreich um 1274 v. Chr. im heutigen Syrien. Sie endete ohne klaren Sieger, führte aber später zum ältesten überlieferten Friedensvertrag der Welt.
Kann man das Grab von Ramses II. besuchen?
Sein Grab KV7 im Tal der Könige ist durch Überschwemmungen stark beschädigt und nicht zugänglich. Besuchen können Sie stattdessen das Grab seiner Gemahlin Nefertari im Tal der Königinnen.
Wann sollte man Abu Simbel besuchen?
Zwischen Oktober und April sind die Temperaturen am angenehmsten. Am 22. Februar und 22. Oktober dringt die Morgensonne bis in die innerste Tempelkammer – ein Ereignis, das jährlich viele Besucher anzieht.