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Habou – Die Tempelstadt am Westufer von Luxor

Ein gewaltiges Tor aus Sandstein, das eher an eine Festung als an einen Tempel erinnert. Die Sonne taucht die Mauern in warmes Gold, und hinter dem Eingang warten Reliefs, deren Farben nach über 3.000 Jahren immer noch leuchten. Willkommen in Habou – einem der beeindruckendsten und zugleich unterschätztesten Orte Ägyptens.
 

Viele Reisende fahren am Westufer von Luxor direkt ins Tal der Könige und verpassen dabei dieses Juwel. Genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick. In diesem Artikel beantworten wir alle wichtigen Fragen rund um Habou: Was ist das eigentlich? Wer hat es gebaut? Was sollten Sie unbedingt sehen? Und wie planen Sie Ihren Besuch am besten?

     

Habou – Die Tempelstadt am Westufer von Luxor

Was ist Habou? Die wichtigsten Grundlagen auf einen Blick


Was bedeutet der Name Habou?


Habou ist die gängige deutsche beziehungsweise französisch geprägte Schreibweise für Medinet Habu. Der arabische Name bedeutet übersetzt ungefähr „Stadt des Habu“. Deshalb spricht man auch oft von der Stadt Habou.
 

Woher genau das „Habu“ stammt, ist nicht abschließend geklärt. Eine beliebte Theorie verbindet den Namen mit Amenhotep, Sohn des Hapu – einem berühmten Baumeister und Gelehrten unter Pharao Amenhotep III., der später sogar als Heiliger verehrt wurde. Sein eigener Totentempel lag ganz in der Nähe.

 

Wo liegt Habou genau?


Habou liegt am Westufer des Nils gegenüber von Luxor, im Gebiet des alten Theben. Hier befand sich in der Antike die große Totenstadt der Pharaonen.

 

Zur Orientierung:

  • Nur wenige Minuten von den Memnonkolossen entfernt
  • Ganz in der Nähe des Arbeiterdorfes Deir el-Medina
  • Am südlichen Ende der langen Reihe königlicher Totentempel
  • Mit den Bergen der thebanischen Nekropole als Kulisse


Warum spricht man von einer „Stadt“ und nicht nur von einem Tempel?


Das ist eine der spannendsten Fragen zu Habou. Die Anlage war nie nur ein einzelnes Gebäude. Innerhalb der mächtigen Umfassungsmauer gab es:

  • den großen Totentempel von Ramses III.
  • einen Königspalast
  • Verwaltungsgebäude, Werkstätten und Lagerräume
  • Wohnhäuser für Priester und Beamte
  • einen heiligen See
  • einen deutlich älteren Amun-Tempel

 

In späteren Jahrhunderten lebten hier sogar ganz normale Menschen. Die Anlage entwickelte sich zu einer echten Siedlung – zu einer Stadt im wahrsten Sinne des Wortes.

 

 

Die Geschichte von Habou: Von den Pharaonen bis zu den Kopten


Wer hat den großen Tempel von Habou erbaut?


Der Haupttempel wurde von Ramses III. errichtet, einem der letzten großen Pharaonen des Neuen Reiches. Er regierte im 12. Jahrhundert vor Christus während der 20. Dynastie.

Ramses III. bewunderte seinen berühmten Vorgänger Ramses II. so sehr, dass er sich beim Bau stark am Ramesseum orientierte. Das Ergebnis ist jedoch deutlich besser erhalten – ein großes Glück für heutige Besucher.

 

Welche Aufgabe hatte der Tempel ursprünglich?


Habou war ein sogenannter Totentempel oder, wie Ägyptologen sagen, ein „Tempel der Millionen Jahre“. Seine Aufgabe war es:

  • den Kult des verstorbenen Pharaos dauerhaft zu sichern,
  • den Gott Amun zu ehren, mit dem der König im Jenseits verschmelzen sollte,
  • die Macht und die Taten des Königs für die Ewigkeit festzuhalten.

 

Der Pharao selbst wurde nicht hier bestattet, sondern im Tal der Könige. Habou war also der Ort, an dem man ihn verehrte – nicht der Ort seines Grabes.

 

Gab es in Habou schon vor Ramses III. ein Heiligtum?


Ja! Der Ort galt schon lange vorher als heilig. Nach altägyptischem Glauben lag hier ein uralter Urhügel, auf dem die Schöpfung begann und wo die Urgötter ruhten.

Bereits in der 18. Dynastie ließen Hatschepsut und Thutmosis III. hier einen kleineren Amun-Tempel errichten. Dieser Bau wurde über viele Jahrhunderte immer wieder erweitert – bis in die griechisch-römische Zeit hinein.

 

Was geschah mit Habou nach der Pharaonenzeit?


Die Geschichte von Habou endet nicht mit den Pharaonen:

Späte Zeit: Die „Gottesgemahlinnen des Amun“, mächtige Priesterinnen, ließen hier ihre Grabkapellen errichten.

 

  • Zeitenwende: Menschen siedelten sich zunehmend innerhalb der schützenden Mauern an.
     
  • Koptische Epoche: Es entstand die christliche Stadt Djeme, die zeitweise zu den wichtigsten Orten der Region zählte. Im zweiten Hof des Tempels wurde sogar eine Kirche eingerichtet.
     
  • Um das 9. Jahrhundert: Die Stadt wurde nach und nach verlassen.


Interessant: Die christlichen Bewohner verputzten manche Reliefs. Genau dieser Putz hat die Farben darunter über Jahrhunderte geschützt!

 

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