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Die Tierwelt Ägyptens bietet Ihnen eine faszinierende Vielfalt: Etwa 190 Fischarten leben im Nil, während das Niltal und das Nildelta zahlreiche Vogelarten wie Kuhreiher, Kraniche und Wildgänse beheimaten. Von Wüstensäugetieren wie dem Fennek bis zu den beeindruckenden Nilkrokodilen, die heute wieder am Nil leben, erwartet Sie eine einzigartige Fauna.


Beim Tauchen in Ägypten entdecken Sie zudem die bunte Unterwasserwelt des Roten Meeres, während Sie am Strand auf interessante Küstenbewohner treffen können. Im Alten Ägypten galten viele dieser Tiere als heilig und wurden sogar mumifiziert bestattet. Dieser Guide zeigt Ihnen, welche außergewöhnlichen Tierarten Sie in Ägypten erleben können.

Der Nil als Lebensraum: Welche Tiere leben am Fluss


Der Nil zählt zu den bedeutendsten Lebensadern Nordostafrikas. Sein grünes Band durchzieht die Wüstenlandschaft Ägyptens und schafft Lebensräume, die eine bemerkenswerte Artenvielfalt beherbergen – von majestätischen Wasservögeln bis zu den mächtigen Nilkrokodilen.

 

Wasservögel und Zugvögel


Rund 470 Vogelarten sind in Ägypten vertreten, von denen etwa 160 Arten das ganze Jahr über in den verschiedenen Lebensräumen entlang des Nils heimisch sind. Weitere 280 Vogelarten nutzen Ägypten als Durchzugsgebiet – ein Umstand, der Ihren Besuch im Frühling und Herbst besonders lohnenswert macht, denn dann folgen Millionen Zugvögel dem Fluss auf ihrem Weg zwischen Europa und Afrika.
 

Wer ruhig am Ufer wartet, beobachtet den Graureiher, der ganzjährig in Lagunen und Sümpfen des Deltas anzutreffen ist, während Kuhreiher im flachen Wasser auf Beute lauern. Eisvögel schießen wie blaue Pfeile über die Wasseroberfläche, Bienenfresser und Wiedehopfe beleben die Ufervegetation. Im Winter gesellen sich zahlreiche europäische Wintergäste dazu, die den milden ägyptischen Temperaturen den Vorzug geben.

 

Das Nilkrokodil


Kaum ein Tier verkörpert die Urgewalt des Nils so eindrücklich wie das Nilkrokodil – Afrikas größtes Krokodil. Ausgewachsene Tiere erreichen normalerweise eine Länge von 3 bis 4 Metern, doch die größten Exemplare wachsen auf beeindruckende 6,5 Meter heran und wiegen bis zu 1.000 Kilogramm. Freilebende Tiere werden durchschnittlich 60 bis 80 Jahre alt; einzelne Exemplare überleben sogar mehr als 100 Jahre.
 

Heute finden Sie diese imposanten Reptilien hauptsächlich im Nassersee südlich von Assuan. Entgegen ihrem gefürchteten Ruf sind Nilkrokodile ausgesprochen soziale Tiere, die friedlich in größeren Gruppen zusammenleben. Ihr Brutverhalten ist besonders bemerkenswert: Das Weibchen legt 16 bis 80 Eier in ein selbst gegrabenes Erdloch und bewacht das Nest während der rund 90-tägigen Inkubationszeit unermüdlich. Nach dem Schlüpfen trägt die Mutter ihre Jungen behutsam im Maul zum Wasser – ein Verhalten, das selten mit dem Bild des gefährlichen Raubtiers in Verbindung gebracht wird.

 

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Fischarten im Nil


Der Nil beherbergt 150 Fischarten, die bereits den alten Ägyptern als unverzichtbare Nahrungsquelle dienten. Besonders geschätzt war der Nilbarsch, der bis zu zwei Meter lang und 175 Kilogramm schwer werden konnte. Buntbarsche, Meeräschen und Welse ergänzten das wirtschaftlich bedeutende Artenspektrum des Flusses.
 

Noch heute dominieren Barsche den Fischfang und machen mehr als 70 Prozent der Fänge aus. Eine Bootsfahrt auf dem Nil bietet Ihnen die Möglichkeit, diese jahrtausendealte Verbindung zwischen Mensch, Fluss und Tierwelt unmittelbar zu erleben.

        

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Welche Tiere leben in Ägypten?

In Ägypten leben Wüstensäugetiere, Reptilien, zahlreiche Vogelarten sowie Meerestiere im Roten Meer.

Leben in der Wüste: Angepasste Überlebenskünstler


Extreme Hitze, karge Vegetation und monatelange Trockenheit – die Wüstenlandschaften Ägyptens sind alles andere als lebensfeindlich, wenn man die richtigen Überlebensstrategien kennt. Tiere, die hier heimisch sind, haben im Laufe der Evolution bemerkenswerte Fähigkeiten entwickelt.

 

Säugetiere der Wüste


Allein in der Sahara leben etwa 50 Säugetierarten, von denen jede Art auf ihre eigene Weise mit den extremen Bedingungen zurechtkommt. Der Fennek, der kleinste Wildhund der Welt, ist wohl das bekannteste Gesicht der ägyptischen Wüste. Seine ungewöhnlich großen Ohren erfüllen einen doppelten Zweck: Sie nehmen selbst leise Geräusche wahr und kühlen gleichzeitig das Blut im Körper des Tieres ab.
 

Mit etwas Glück begegnen Sie bei Wüstentouren auch der Sandkatze (Felis margarita), einer kleinen Wildkatze, die selbst in den trockensten Wüstengebieten überlebt. Noch bemerkenswerter sind die Wüstenspringmäuse: Ihr Urin ist etwa viermal konzentrierter als der des Menschen – eine körperliche Anpassung, die ihnen das Überleben in einer Welt ohne nennenswerte Wasserquellen sichert. Gazellen, Hasen und Stachelschweine haben auf ähnliche Weise gelernt, mit dem Wenigen auszukommen, was die Wüste bietet.

 

Reptilien: Schlangen und Echsen


Ägypten beherbergt 106 Arten von Reptilien und Amphibien, darunter allein 49 Eidechsenarten – wobei die Geckoartigen die artenreichste Gruppe stellen. Der Wüstenwaran zählt zu den eindrucksvollsten Vertretern und erreicht eine Länge von 70 bis 90 Zentimetern. Daneben bevölkern verschiedene Agamen und Dornschwanzechsen die Felslandschaften. Ihre Schuppenhaut schützt sie vor dem Austrocknen, ihren Flüssigkeitsbedarf decken sie weitgehend über die Nahrung.
 

36 Schlangenarten sind in Ägypten nachgewiesen, von denen 9 als giftig gelten. Ursprünglich waren es sogar rund 40 Arten. Die Hornviper und die Ägyptische Kobra gehören zu den bekanntesten Vertretern – auf die felsigen Gebiete und Oasen, wo Sie diese Tiere in ihrem natürlichen Lebensraum antreffen können, wird an anderer Stelle in diesem Artikel noch gesondert eingegangen.


 

Wirbellose: Skorpione und Spinnen


Unter den wirbellosen Wüstenbewohnern verdienen die Skorpione besondere Aufmerksamkeit. Zwei Dutzend giftige Arten leben in Ägypten, darunter der Dickschwanzskorpion (Androctonus), der bis zu zehn Zentimeter lang werden kann und zu den giftigsten seiner Art weltweit zählt. Tagsüber halten sich diese nachtaktiven Tiere unter Steinen oder im Sand verborgen.
 

Wolfsspinnen sind ebenfalls häufige Wüstenbewohner, besonders rund um die Weiße Wüste und die Sinai-Halbinsel. Anders als viele ihrer Verwandten bauen sie keine Netze, sondern verfolgen ihre Beute aktiv. Festes Schuhwerk und ein aufmerksamer Blick auf den Boden sind bei Wüstenausflügen die sinnvollsten Vorsichtsmaßnahmen – und ermöglichen gleichzeitig, diese faszinierenden Tiere aus respektvoller Distanz zu beobachten.

 

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Welche Wüstentiere sind typisch für Ägypten?

Zu den typischen Wüstentieren gehören Fenneks, Gazellen, Wüstenfüchse, Eidechsen und Skorpione.

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Sinai und Gebirgsregionen


Die zerklüfteten Felsformationen des Sinai-Gebirges stehen in einem faszinierenden Kontrast zur flachen Wüstenlandschaft, die Sie zuvor kennengelernt haben. Diese Bergregion beherbergt Tierarten, die sich auf ganz eigene Weise an das Leben zwischen steilen Felswänden und Geröllhängen angepasst haben.

 

Bergbewohner: Steinböcke


Der Nubische Steinbock (Capra nubiana) gehört zu den eindrucksvollsten Bewohnern des Sinai-Gebirges. Mit einer Kopf-Rumpf-Länge von 105 bis 125 Zentimetern und einem Gewicht zwischen 25 und 70 Kilogramm sind diese Tiere bemerkenswert kräftig gebaut. Besonders auffällig sind die geschwungenen Hörner der Männchen, die bis zu 1,2 Meter lang werden können – ein Anblick, der sich Ihnen tief ins Gedächtnis einprägt.

 

Anders als viele Wüstentiere, die nachtaktiv sind, ist der Nubische Steinbock tagaktiv und auf regelmäßiges Trinken angewiesen. Die Weibchen schließen sich in Gruppen von 10 bis 20 Tieren zusammen und ziehen gemeinsam mit ihrem Nachwuchs durch das Gebirge. Wer die Sinai-Halbinsel durchwandert, hat gute Chancen, diese sicheren Kletterer an fast senkrechten Felswänden zu beobachten. Gräser, Kräuter sowie Blätter und Zweige von Akazien bilden die Grundlage ihrer Ernährung.

 

Kleinere Säugetiere


Rund um Akazienbäume und Tamarisken sind Klippschliefer (Procavia) in ganzen Kolonien anzutreffen. Diese geselligen Tiere gehören zu den charakteristischen Bewohnern der Sinai-Berge und beobachten neugierig jeden Besucher aus sicherer Entfernung. Gelegentlich begegnen Sie auf Ihren Touren auch Hasen (Lepus) sowie der Stachelmaus (Acomys), einem erstaunlich zutraulichen Tier, das kaum Scheu vor Menschen zeigt.

 

Gazellen ziehen sich an nahegelegene Wasserstellen zurück, wenn der Tag kühler wird. Dazu prägen Dromedare, Ziegen, Pferde, Maultiere und Esel der Beduinen das Bild der Region – eine lebendige Mischung aus Wildnis und Jahrhunderte altem Nomadenleben.

 

Raubvögel am Himmel


Das wohl spektakulärste Naturschauspiel des Sinai spielt sich nicht am Boden, sondern am Himmel ab. Zwischen Februar und Mai ziehen mehr als eine Million Greifvögel über den Golf von Suez nach Norden. Wespenbussarde (bis zu 850.000 Individuen), Falkenbussarde (bis zu 460.000), Steppenadler (bis zu 75.000), Kurzfangsperber (bis zu 50.000) und Schwarzmilane (bis zu 30.000) bilden dabei die Hauptmasse dieses gewaltigen Zuges. An Spitzentagen sind 20.000 bis 50.000 Greifvögel gleichzeitig am Himmel keine Seltenheit.
 

Auch im Frühjahr und Herbst bleibt der Sinai ein bedeutendes Durchzugsgebiet: Tausende Störche, Adler und Kraniche überqueren die Halbinsel auf ihren langen Wanderungen, während an der Küste Seeadler und Reiher die Wasserflächen absuchen. Für Naturbeobachter gehört der Sinai damit zu den bedeutendsten Vogelzuggebieten der gesamten Region.

 

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Gibt es gefährliche Tiere in Ägypten?

Ja, in Ägypten kommen unter anderem Giftschlangen, Skorpione und Krokodile in bestimmten Regionen vor.

Die Unterwasserwelt des Roten Meeres


Das Rote Meer zählt zu den artenreichsten Tauchgebieten der Welt. Kristallklares Wasser mit einer Sichtweite von oft über 30 Metern schafft Bedingungen, die weltweit kaum zu finden sind. Diese außergewöhnliche Klarheit verdankt das Meer seinem hohen Salzgehalt von 4,2 Prozent, der das Planktonwachstum erheblich hemmt – und so den Blick freigibt auf eine der faszinierendsten Unterwasserwelten unseres Planeten.

 

Korallenfische beim Tauchen entdecken


Das Rote Meer beherbergt über 1.200 Fischarten[222], von denen rund 10 Prozent endemisch sind und ausschließlich in diesem Gewässer vorkommen. Besonders die Falterfische dominieren unter diesen einzigartigen Arten.

Beim Tauchen begegnen Sie dem Rotmeer-Anemonenfisch (Amphiprion bicinctus) – leuchtend orange mit zwei charakteristischen weißen Bändern und einer Körperlänge von bis zu 14 Zentimetern. Diese Clownfische führen ein symbiotisches Leben mit Seeanemonen und erreichen ein Alter von 6 bis 10 Jahren. Ebenso bemerkenswert sind die farbenfrohen Papageifische, Maskenfalterfische und Kaiserfische, die die Korallengärten bevölkern. Der Napoleonfisch (Cheilinus undulatus) hingegen beeindruckt durch schiere Größe: Über 2 Meter lang und bis zu 190 Kilogramm schwer, ist er allein durch den markanten Buckel auf seiner Stirn auf den ersten Blick unverwechselbar.

 

Größere Meeresbewohner


Wer die Tiefe aufsucht, kann auf Begegnungen treffen, die sich ins Gedächtnis eingraben. Der Walhai (Rhincodon typus) gilt als größter Fisch der Meere und erreicht eine Länge von bis zu 12 Metern. Trotz seiner imposanten Ausmaße ernährt er sich ausschließlich von Plankton – eine Gefahr für Taucher stellt er nicht dar.

 

Wer nach Marsa Alam reist, hat die seltene Gelegenheit, Dugongs (Dugong dugon) zu beobachten. Diese Seekühe werden bis zu 3 Meter lang und 300 Kilogramm schwer – im gesamten Roten Meer leben etwa sieben Exemplare, zwei davon dauerhaft am Hausriff vor Marsa Alam. Gleichermaßen beeindruckend sind die Spinnerdelfine, die sich durch ihre akrobatischen Sprünge aus dem Wasser auszeichnen, sowie Meeresschildkröten wie die Grüne Meeresschildkröte, die ruhig durch die geschützten Buchten gleiten.

 

Besondere Arten am Strand


Auch wer nicht taucht, erlebt die Unterwasserwelt des Roten Meeres hautnah. Beim Schnorcheln rund um die Hausriffe treffen Sie auf Blaupunktrochen, Muränen und den farbenprächtigen Rotfeuerfisch[221]. Die Korallenriffe reichen vielerorts bis knapp unter die Wasseroberfläche – ein Blick durch die Schnorchelmaske genügt, und eine vollkommen andere Welt öffnet sich vor Ihnen.

 

Welche Tiere kann man im Roten Meer in Ägypten sehen?

Im Roten Meer leben bunte Korallenfische, Meeresschildkröten, Delfine, Rochen und verschiedene Haiarten.

Tiere im Alten Ägypten: Geschichte und Kulturgeschichte


Das Verständnis der ägyptischen Tierwelt wächst erheblich, wenn man sich vor Augen führt, welche zentrale Rolle Tiere im Alten Ägypten spielten. Die antike Hochkultur entstand in einer damals noch grünen Sahara – einer Landschaft aus Grasland, Wäldern und wasserreichen Seen, die einer erstaunlichen Artenvielfalt als Heimat diente.

 

Nutztiere und Haustiere der alten Ägypter


Bereits vor Jahrtausenden hielten die Ägypter zahlreiche Tiere als Haus- und Nutztiere. Das Rind zog den Pflug über die Nilfelder und lieferte Milch sowie Fleisch. Schafe kamen bereits im 6. Jahrtausend v. Chr. aus der Levante nach Ägypten und zählten zwei Jahrtausende später zu den bedeutendsten Nutztieren des Landes. Daneben züchteten die Menschen Ziegen, Schweine, Enten, Gänse, Wachteln und Tauben. Den zuverlässigen Esel schätzten die Ägypter als wichtigstes Lasttier für den Transport von Getreide und Waren.

 

Einen besonderen Platz im Leben der alten Ägypter nahmen die Katzen ein. Vor etwa 5.000 Jahren fanden sie ihren Weg in die Häuser und Herzen der Menschen. Dort bewachten sie Getreidespeicher und Tempel vor Mäusen – und gelten bis heute als einziges Haustier, das sich selbst domestiziert hat.

 

Heilige Tiere und göttliche Symbole


Die altägyptische Religion war tief mit der Tierwelt verwoben. Zahlreiche Götter trugen Tierköpfe, denn man erkannte in den Tieren Eigenschaften des Göttlichen. Das Krokodil verkörperte den Gott Sobek, der Ibis stand für Thot, der Falke für Horus, die Katze für Bastet, der Skarabäus symbolisierte Wiedergeburt und Erneuerung, und die Kobra wachte als Schutzgöttin über die Pharaonen.
 

Diese Verehrung hatte weitreichende Konsequenzen: Millionen von Tieren wurden mumifiziert und in eigens angelegten Nekropolen bestattet. Archäologen stießen in Sakkara auf weitläufige Katakomben mit mumifizierten Apis-Stieren, während in Bubastis unzählige Katzenmumien ans Licht kamen.

 

Verschwundene Tiere Ägyptens


Während der Pharaonenzeit bevölkerten Löwen, Leoparden, Geparden und Flusspferde das Niltal, begleitet von gewaltigen Antilopen- und Gazellenherden. Klimawandel, Ausweitung der Landwirtschaft und ein wachsendes Bevölkerungswachstum drängten diese Großtiere nach und nach aus dem Land.

 

Kamele: Ein spätes Kapitel


Wer Ägypten mit Kamelen verbindet, mag überrascht sein zu erfahren, dass diese Tiere zur Zeit der Pyramiden noch gar nicht existierten. Der Einsatz von Kamelen begann erst ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. – sie kamen mit den assyrischen Eroberern ins Land und prägten erst danach das Bild der ägyptischen Wüstenlandschaft.

 

Lesen Sie mehr über das Alte Ägypten und verstehen Sie, wie eng Tierwelt, Götterglaube und Pharaonenkultur miteinander verbunden waren!


 

Warum ist Ägypten artenreich?

Die Kombination aus Wüste, Nil, Feuchtgebieten und Rotem Meer schafft vielfältige Lebensräume für zahlreiche Tierarten.

Giftige und gefährliche Arten


Wer die Tierwelt Ägyptens kennt, bewegt sich sicherer durch das Land. Ein sachkundiger, respektvoller Umgang mit der Fauna macht unvergessliche Naturerlebnisse erst möglich.

 

Giftschlangen Ägyptens


Ursprünglich lebten rund 40 Schlangenarten in Ägypten – heute existiert noch die Hälfte davon. Von den verbliebenen 26 Arten gelten 8 als erheblich giftig. Die bekannteste unter ihnen ist die Ägyptische Kobra (Naja haje), die bei einem einzigen Biss durchschnittlich 175 bis 300 mg Nervengift injiziert. Dieses Gift greift das Nervensystem an und kann Lähmungen verursachen. Bemerkenswert dabei: Nordafrikanische Exemplare, einschließlich jener aus Ägypten, besitzen ein deutlich stärkeres Gift als ihre südlicheren Artgenossen.

 

Die Hornviper gilt unter Experten als gefährlichste Schlange des Landes. Sie zieht Geröll- und Felslandschaften sowie Oasen als Lebensraum vor. Die Sandrasselotter hingegen setzt ein hochwirksames Blutgift ein, das die Blutgerinnung empfindlich stört. Beide Arten sind tagaktiv und weichen dem Menschen für gewöhnlich aus.

 

Skorpione


Zwei Dutzend giftige Skorpionarten sind in Ägypten heimisch. Der Dickschwanzskorpion (Androctonus) erreicht eine Körperlänge von bis zu zehn Zentimetern und gehört damit zu den giftigsten Vertretern seiner Art weltweit. Nicht weniger gefährlich ist der Gelbe Mittelmeerskorpion (Leiurus quinquestriatus), der sich tagsüber in Felsspalten und unter Steinen verbirgt. Diese nachtaktiven Tiere setzen ihr Gift ausschließlich zur Verteidigung ein – Stiche ereignen sich fast immer dann, wenn sie sich in die Enge getrieben fühlen.

 

Vorsicht beim Strandbesuch
 

Auch an Ägyptens Küsten lohnt Aufmerksamkeit. Das Petermännchen gräbt sich im Sand ein und trägt giftige Stacheln, die für Badende zur echten Gefahr werden können. Noch unangenehmer ist der Steinfisch, einer der giftigsten Fische der Welt – seine perfekte Tarnung macht ihn nahezu unsichtbar auf dem Meeresgrund. Festes Badeschuhwerk beim Strandspaziergang reduziert dieses Risiko erheblich. Darüber hinaus kommen im Roten Meer Feuerquallen vor, deren Berührung Hautrötungen und anhaltende Schmerzen verursacht.

 

 

Kann man in Ägypten Delfine beobachten?

Ja, Delfine werden häufig im Roten Meer vor der ägyptischen Küste gesichtet.

Fazit


Ägyptens Tierwelt ist weit mehr als eine Kulisse für Pyramidenfotos. Entlang des Nils, tief in den Wüsten der Sahara, hoch oben in den Felsformationen des Sinai und unter der Wasseroberfläche des Roten Meeres wartet eine Fauna, die Jahrtausende kultureller Geschichte mit bemerkenswerter biologischer Vielfalt verbindet.

 

Wer mit offenen Augen reist, erlebt Tiere, die in einer der extremsten Umgebungen der Welt nicht nur überleben, sondern gedeihen – vom Fennek mit seinen wärmeabführenden Ohren bis zum Walhai, der lautlos durch kristallklares Wasser gleitet. Festes Schuhwerk und ein respektvoller Abstand zu wildlebenden Tieren sind die einzigen Vorsichtsmaßnahmen, die Sie für dieses Erlebnis brauchen.

 

Ägypten hat seinen Besuchern schon immer mehr zu bieten gehabt, als auf den ersten Blick sichtbar ist. Die Tierwelt des Landes ist dafür der vielleicht deutlichste Beweis.

 

FAQs:

 

1- Leben noch wilde Großtiere in Ägypten?

Wilde Großtiere wie Flusspferde verschwanden spätestens im 19. Jahrhundert aus Ägypten. Klimaveränderungen und Landwirtschaft verdrängten Löwen, Leoparden und Gazellen nach Süden.

 

2- Welche Tiere kann man am Strand in Ägypten sehen?

An Hotelstränden begegnen Ihnen üblicherweise keine gefährlichen Tiere. Beim Schnorcheln entdecken Sie farbenfrohe Fische und Korallen. Badeschuhe bieten zusätzlichen Schutz.

 

3- Sind alle Skorpione in Ägypten giftig?

Ja, alle Skorpione sind giftig. Die medizinisch gefährlichen Arten gehören zur Familie der Buthidae. Krankenhäuser halten ausreichend Gegenmittel bereit.

 

4- Welche Tiere hielten die alten Ägypter als Haustiere?

Katzen, Hunde und Affen waren beliebte Haustiere. Außerdem hielten sie Rinder, Schafe, Ziegen, Enten und Gänse.

 

5- Wo findet man die meisten Tiere in Ägypten?

Das Niltal, das Rote Meer und Wüstenregionen bieten die größte Artenvielfalt. Nationalparks wie Ras Mohammed schützen besondere Lebensräume.

 

6- Gibt es Löwen in Ägypten?

Löwen lebten bis etwa 1000 v.Chr. in Ägypten. Manche wurden sogar als königliche Haustiere gehalten. In Nordafrika starben die letzten Löwen 1942 aus.

 

7- Was sollte man beim Tauchen in Ägypten beachten?

Wählen Sie zertifizierte Tauchschulen und schließen Sie eine Tauchversicherung ab. Berühren Sie keine Korallen oder Meerestiere.

 

8- Welches Tier war im Alten Ägypten am wichtigsten?

Mehrere Tiere waren zentral: Die Katze für Bastet, der Apis-Stier und das Krokodil für Sobek.

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